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Lüftung im Passivhaus

An der Wärmestrombilanz ist ersichtlich, dass der Lüftungswärmeverlust bei einem Passivhaus im Vergleich zu einem Niedrigenergiehaus drastisch reduziert ist: Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Lüftungswärmeverlust im Vergleich zu einem Gebäude mit Fensterlüftung um bis zu 80% reduziert werden. Wie dies erreicht wird, soll an einem Gebäudeschnitt des isorast-Passivhaus gezeigt werden:


  • Es wird eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut.
  • Die Frischulft wird durch einem "Wärmetauscher"(1) geführt: Der Wärmetauscher überträgt die Wärme der Fortluft an die Frischluft.
  • Bei einem Passivhaus muss dieser Wärmetauscher einem Wirkungsgrad von 80% haben. Außenluft von +/ 0°C wird Wärmetauscher mit der Wärme der Fortluft (20°C) auf +16°C aufgeheizt.
  • Dies genügt für ein Passivhaus noch nicht: Die Frischluft wird zuerst durch die Rohre zugeführt (2), die 3-4 m tief im Erdreich liegen. So wird die Frischluft selbst bei Außentemperaturen von -10°C bereits auf +6°C vorgewärmt. Neben der Erhöhung des Gesamt-Wirkungsgrades auf rd. 90% hat dies einen entscheidenden weiteren Vorteil: Das Wärmetauschergerät kann nicht vereisen und muss dann auch nicht mit zusätzlicher Energie enteist werden.

 

Im Gegensatz zu den nordischen Ländern gehören in Deutschland Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung noch nicht zum Standard. Nachfolgend sollen Argumente und Gegenargumente dargestellt werden: Energieverbrauch: Gelegentlich wird angeführt, dass der Energieverbrauch der Lüftermotoren ja fast so groß sei wie die Energieersparnis. Bei einem passivhaustauglichen Wärmetauscher mit Lüftern liegt das Verhältnis 1:10: Das heißt, dass der Wärmetauscher 10 mal Energie spart als er verbraucht. Ein derartiges Gerät hat keine, in hochwertigen Computern übliche Gleichstrom-Lüfter mit einer Leistungsaufnahme von je ca. 30 Watt.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch wieder die zentrale Installation:
      
Bei diesem Entwurf sind nur wenige Meter Verteilerrohre notwendig! Der Wärmetauscher mit den Lüftern steht im Obergeschoss neben dem Bad: Die Frischluftzuführung zum Elternschlafzimmer und die Absaugung der verbrauchten Luft aus dem Bad benötigt nur wenige Zentimeter Rohr. Die Zuluft zu den beiden Kinderzimmern nur wenige Meter gerades Rohr. Im EG ist die Situation vergleichbar. Um Druckverluste im Kanalnetz klein zu halten, dürfen Strömungsgeschwindigkeiten von 3 m/s nicht überschritten werden. Dies führt zu Rohrdurchmessern von ca. 160 mm in zentralen Strängen und 100 mm in dezentralen Strängen.

Gesunderhaltung: Wer einmal ein Passivhaus im Winter aufgesucht hat ist überrascht über die ausgezeichnete Raumluftqualität. Der Mensch braucht zur Gesunderhaltung rd. 10 m³ Frischluft in der Stunde. Durch weitere Luftverunreinigung rechnet man insgesamt mit 30 m³/h/Person. Dieser Wert wird im Winter bei Fensterlüftung i.d.R. nicht erreicht. Antriebsschwäche und sogar Schwächung des Immunsystems sind als Folge möglich. Die positive Wirkung von "Sauerstoffkuren" ist in solchen Fällen hinreichend bekannt.

Allergien: Durch die Filterung der Frischluft bereits am Rohranfang lassen Allergiker die Lüftungsanlage sogar im Sommer in Betrieb. Sie sind im Haus beschwerdefrei.

Rund ums Passivhaus
Referenzen