Windstrom

Alles rund um das Passivhaus

Die nächste Generation

Mit Windkraft und Sonnenenergie zum Energie-Plus-Haus
Konzepthaus entsteht in Celle, Niedersachsen

Die EU hat viel vor: Ab 2019 sollen nur noch sogenannte Null-Energie-Häuser zugelassen werden, und zwar bereits ab 50 Quadratmetern Wohnfläche. So hat es das Parlament beschlossen und eine entsprechende Richtlinie auf den Weg gebracht. Die passende Definition sind die Parlamentarier auch nicht schuldig geblieben: Ein Null-Energie-Haus nach EU-Lesart ist besonders gut gedämmt, zur Sonne hin ausgerichtet, nutzt alternative Energiequellen und produziert mindestens so viel Energie, wie es selber benötigt. Baulich entspricht das nach unserem Verständnis dem Passivhausstandard. Und den erreichen wir bereits seit 15 Jahren.

Einige Passivhaus-Merkmale

  • Dichte und supergedämmte Gebäudehülle.
  • Supergedämmte Grundplatte
  • Zusätzliche Aufdachdämmung.
  • Ausrichtung nach Süd- Südwesten.
  • Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung
  • Heranführung der Frischluft in 1,50 Metern Tiefe unter der Grundplatte in das Haus hinein.
  • Wärmeschutzverglasung.
  • Exzellente Ausführung aller Details.
  • u.s.w.

Das alles sind zwingende Standards, will man die Forderung der EU-Richtlinie erfüllen. Der Schritt vom Passivhaus zum Null-Energie-Haus ist vor diesem Hintergrund nur noch klein.

Konsequent weitergedacht.
Für uns stellt sich die Frage nach der konsequenten Weiterentwicklung und der ebenso nachhaltigen Nutzung regenerativer Energie zur Stromerzeugung für den Haushalt und den Betrieb der Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Ideale Lieferanten wären der Wind und die Sonne. Genau das hat sich auch einer unserer Bauherren in Celle, Niedersachsen, gedacht und geht nun gemeinsam mit uns den entscheidenden Schritt weiter, als es die EU fordert. Er baut kein Null-Energie-Haus, sondern eines, das mehr Energie produziert, als es selber benötigt: In Celle entsteht ein Plus-Energie-Haus.

Möglich wird das durch eine einzigartige Kombination zweier autarker Energiegewinnungssysteme, eines hochmodernen und unscheinbar wirkenden Windrades der jüngsten Generation und einer effektiven Photovoltaikanlage.

Das Projekt: Ein Haus mit zwei Stromkreisen
Geplant ist ein Gewerbegebäude mit Wohneinheit für den Geschäftsführer, Bürotrakt sowie Lager- und Versandbereich. Größe: ca. 180 Quadratmeter. Wohn- und Bürogebäude werden im Passivhausstandard gebaut, der Lager- und Versandtrakt baulich getrennt und nach EEG gedämmt. In das Pultdach des Hauses wird eine sehr effektive 6,5 kWp High-Tech-Solaranlage integriert. Diese Anlage kann selbst das unsichtbare Lichtspektrum (ultraviolett und infrarot) sowie Schwachlicht nutzen, um solaren Strom zu produzieren. Der gewonnene Strom soll in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Zur Verdeutlichung der Leistung:
6,5 kWh sind 6500 Watt pro Stunde bei optimaler Sonneneinstrahlung.

Ergänzend installiert der Bauherr ein Windrad auf dem Dach des Hauses mit einem Rotordurchmesser von rund 1,50 Metern und einer Leistung von etwa 10 Kwh pro Monat bei einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 3,5 m/s im Großraum Celle. Den Windstrom will der Bauherr für den eigenen Bedarf nutzen. Dafür speist er ihn in eine spezielle Pufferbatterie ein. In die fließt auch der Strom von vier zusätzlichen Solarmodulen. Der Clou am Pilotprojekt sind nämlich zwei getrennte Stromkreise. Der eine wird autark durch Windkraft und Sonnenstrahlen versorgt und betreibt die Beleuchtung des Hauses, die in diesem Fall aus LED-Lampen besteht. Diese Form der Beleuchtung muss keineswegs kalt oder sachlich erscheinen. Der andere Stromkreis wird vom öffentlichen Netz gespeist.

Pilotprojekt liefert Erfahrungswerte für Serienreife

Das Projekt in Celle hat Vorbildcharakter, denn es vereint zwei Methoden zur Energiegewinnung. Serienreif ist dieses Konzept freilich noch nicht, aber: Es liefert wertvolle Erfahrungen, um dem endgültigen Abschied von CO2-erzeugender Energiegewinnung näher zu kommen, und: Bereits heute sind kleine Windräder in Kombination mit einer Solaranlage auf dem Dach eine realistische und bezahlbare Alternative zum Strom vom Kraftwerk.

Hybridtechnologie für Ihr Passivhaus
Um natürliche Energiequellen effektiv zu nutzen, bedarf es der Kombination verschiedener Gewinnungstechniken und der Zwischenspeicherung der gewonnen Energie in einem sogenannten Solar-Akku. Am Beispiel unseres Bauherrn aus Celle lässt sich verdeutlichen, wie Sonne und Wind in perfekter Symbiose eine regelmäßige Energieversorgung garantieren können, und das bereits während der Bauphase. Die Sonnenenergie wird zu diesem Zweck mit einer winzigen 30-Watt-Solaranlage eingefangen. Der Wind in der Region bläst mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 12 Metern pro Sekunde. Das auf dem Baucontainer montierte Windrad in rund acht Metern Höhe leistet 400 Watt. Die Energie aus beiden Systemen wird in eine Batterie eingespeist. Maximale Speicherkapazität: 1.215 Ah (Amperestunden). Damit könnte man eine 15 Watt Energiesparlampe locker 1.000 Stunden am Stück leuchten lassen. Beachten Sie, dass es sich hier um die Bauphase handelt. Sobald das Passivhaus in Betrieb genommen wird, arbeitet eine 6,5 kW-Anlage auf dem Pultdach des Hauses. Darstellung: Alex Bitz

Sind Windräder in Wohngebieten erlaubt?
Ja und nein. Grundsätzlich ist es eine Frage der Bauhöhe. Zehn Meter gelten hier in der Regel als Grenze. Aber: Nicht in allen Bundesländern dürfen Windräder zur Stromproduktion ohne Genehmigung installiert werden. Ein zweiter Aspekt ist die Ästhetik: Auch wenn das Aufstellen und/oder Montieren eines Windrades erlaubt sind, kann das Projekt am Widerstand der Nachbarn scheitern. Bedenken Sie aber: Wir sprechen hier von dezent und unscheinbar wirkenden Windrädern für die private Nutzung, also nicht von Kolossen, die in Gärten und Beeten laut vernehmbar im Wind stehen.

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